Erst wollte ich es einfach ignorieren, weil ich es auch gar nicht erfassen konnte, dass wirklich so ein Vorschlag existiert. Der Wilhelmplatz-Wochenmarkt soll „gesünder“, „hipper“ und für die zahlungskräftigere Bevölkerung attraktiver werden. Diese letzten Worte sind genau das, was mich stört. Nippes wandelt sich mit der Zeit, wie jedes andere Viertel auch, aber die Struktur zu einer noch weiter aufgesplitteten Schicht zu unterstützen, in dem man den Markt neu ausrichtet.

Der Markt besteht seit so vielen Jahren und hat sich selbst durch Angebot und Nachfrage immer wieder neu erfunden und weiterentwickelt. Ein Eingriff von außen durch Richtlinien und Vorgaben bringt selten etwas Gutes für ein organisch gewachsenes Konstrukt. Wenn sich Nippes immer weiter in ein ökologisches und umweltfreundliches sowie familiäres Viertel entwickelt, dann ist das erfreulich. Unerfreulich ist es, wenn aus falschen Gründen Strukturveränderungen gefördert werden.

Antrag ist bereits einstimmig angenommen
Das sieht die CDU anders – und mit ihr auch alle anderen Bezirksvertreter, denn der Antrag wurde einstimmig angenommen. „Der Stadtteil Nippes verfügt, nicht zuletzt aufgrund der neu hinzugekommenen Quartiere, über eine junge dynamische und zahlungskräftige Bevölkerung“, heißt es in dem Antrag. Die würde, heißt es dort weiter, „auf hochwertige Ernährung auch unterwegs überdurchschnittlichen Wert legen“. Des weiteren habe sich „das Lebensgefühl weiter Teile der Nippeser Bevölkerung“ verändert. Im textilen Bereich spiegele das Angebot des Marktes „nicht mehr die Bedürfnisse eines modernen Wochenmarktes wieder“. –
rundschau-online.de vom 24.05.2016

Wer bestimmt denn, dass der Wochenmarkt nicht mehr die Bedürfnisse abdeckt? Gesund ernähren kann sich jeder mit dem Angebot auf dem Wochenmarkt, denn frisches Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch ist vorhanden. Es bedarf keines Pulled-Porks oder anderen temporären Food-Trends um sich wohl zu fühlen. Für mich ist das eine nicht nachzuvollziehende Entscheidung.