Pressemitteilung:

Nippes Park statt Niehler Gürtel – Picknick auf der Gürteltrasse am 12. September 2015

Seit über 50 Jahren laufen die Planungen zum Bau des Niehler Gürtels und genau so lange laufen auch die Proteste der Anwohner dagegen. Nach einem Ratsbeschluss von 2010 wird zur Zeit erneut der Bau der Gürtelstraße geplant. Die aktuellen Planungen sehen zwar nicht mehr wie ursprünglich einen Ausbau als Stadtautobahn vor, aber auch auf der jetzt kleiner dimensionierten Straße sollen noch 20.000 Autos quer durch den Stadtteil Nippes geführt werden. Von Lärm und Abgasen betroffen wären nicht nur die Erholungsflächen Nordpark, Toni-Steingass-Park und Nippesser Tälchen, sondern auch zahlreiche Wohngebiete entlang der Trasse.

In ihrem Strategiepapier „Köln mobil 2025“ haben Politik und Verwaltung das Ziel ausgegeben, den Anteil des Autoverkehrs am Gesamtverkehr von heute 40% auf 33% im Jahr 2025 zu senken. Gleichzeitig soll vor allem der Anteil des Radverkehrs noch weiter deutlich zulegen. Diese Entwicklung ist bereits im vollen Gange, wie man auch an den immer zahlreicheren Radfahrern im Stadtgebiet sehen kann. In einer solchen Situation an einem Straßenbauprojekt aus den 60er Jahren festzuhalten, führt dieses Ziel ad absurdum. Denn während am Gürtel immer noch Planungsgelder für den Autoverkehr bereitgestellt werden (800.000,- € bis 2018), fehlen die Mittel zum dringend benötigten Ausbau der Radinfrastruktur.

Dass die Gürteltrasse ursprünglich als Fläche nicht bebaut wurde und überhaupt als möglich Verkehrsfläche zur Verfügung steht, hat einen einfachen Grund. Bei den grundsätzlichen Überlegungen zur Entwicklung der Stadt Köln unter Konrad Adenauer in den 1920er Jahren, war auch im Bereich Nippes eine durchgehende Grünverbindung vom Inneren zum Äußeren Grüngürtel geplant. Die Gürteltrasse ist Teil dieses Freiraumkorridors vom Fort X im Agnesviertel über Johannes-Giesberts-Park, Nordpark, Toni-Steingass-Park, Pferderennbahn bis zum Äußeren Grüngürtel in Longerich. Dieser „vergessene“ Grünzug wurde anders als z. B. der Lindenthaler Kanal nie als durchgehende Grünfläche mit Wegen erschlossen. Mit der Aufgabe der Gürtelstraße wäre jetzt endlich die Chance, den Grünzug als Ganzes mit Rad- und Fußwegen erlebbar zu machen und sogar bis an den Rhein und die Mülheimer Brücke anzuschließen.

Nippespark statt Niehler Gürtel!

Unter diesem Motto lädt die BI „Stoppt den Gürtel“ am Samstag, dem 12. September zu einem Picknick auf der Gürteltrasse ein. Los geht es um 15 Uhr unter der Hochbahn zwischen Niehler Kirchweg und Niehler Straße. Mit einem bunten Programm, mit Informationen und Führungen will die BI für ihre Idee werben, die Straßenplanung endgültig zu stoppen und endlich mit einer zukunftsfähigen Stadtplanung für Nippes zu beginnen.

Weitere Infos unter: www.nippespark.de